Neues Buch von Robert Misik: "Liebe in Zeiten des Kapitalismus"

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Hat Robert Misik nun einen Beziehungsratgeber geschrieben? Der Titel seines neuen Buches verführt zu diesem Gedanken. Bei der Präsentation wurde aber schnell klar: Es geht um viel mehr als die Liebe und den Kapitalismus.

Robert Misik, Journalist, Essayist und Schriftsteller, hat sein neues Werk nach 33 Begriffen eingeteilt, Liebe und Kapitalismus sind nur zwei davon.  Anhand ausgewählter Schlagworte wie Angst, Freiheit, Identität, Tinderisierung, Erfolg oder Ironie entschlüsselt er rasant und amüsant den Geist unserer Zeit. All die Schlagworte münden in die Fragen: Was treibt uns an? Wie gelingt ein Leben? Welche Werte haben Bedeutung? Misik inkludiert in seine Überlegungen Denker wie die Soziologin Eva Illouz, Heinz Bude und Hartmut Rosa, den Philosophen Isiah Berlin, und greift sogar auf John Maynard Keynes und Karl Marx zurück.

Die gegenwärtige Erfolgskultur, das “jeder gegen jeden”, die Konsumkultur als neue Religion – all das spielt in unsere emotionalen Welten hinein. Die schier unendliche Auswahl infiziert auch unser Liebes- und Beziehungsleben. Denn mag die Liebe vom Kapitalismus bereits vergiftet sein, so Misik, ein machtvolles Instrument des Widerstands bleibt uns erhalten: das eigenständige Denken und Handeln. “Man kann sich ja auch kritisch mit Dingen auseinandersetzen, ohne gleich in eine Depression zu verfallen,” gibt Misik dem Publikum mit. 

Fotos: Credit Manfred Weis

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