Attersee: Warum er in den Bann zieht

Seit 150 Jahren ist der Attersee, das "Meer Oberösterreichs", Anziehungsmagnet für Sommerfrischler. Ob Kultur oder Wassersport, der See bietet für alle genug. Das schätzte auch schon Gustav Klimt.

Die Ursprünge der Sommerfrische

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist der türkis-blaue Attersee Sehnsuchtsort des Bürgertums und beliebtes Ziel der alljährlichen Sommerfrische. Während Traun- und Wolfgangsee aufgrund der Nähe zu Bad Ischl relativ rasch für den aufkeimenden Tourismus erschlossen wurden, wurde der Attersee vorerst nur punktuell von Tagestouristen besucht. Erst kamen Intellektuelle, Kunstschaffende, Architekten, Schriftsteller, Wissenschaftler, Geschäftsleute sowie Politiker aus den größeren Städten der Monarchie als Pensions- oder Hotelgäste an den Attersee, später als Grundstücks- und Hausbesitzer. Im Laufe der letzen 150 Jahre hat sich um den Attersee ein vitales kulturelles Klima etabliert, das stets als wesentlich weniger konservativ die klassischen, durch die Aristokratie geprägten Gebiete des Salzkammerguts, galt. In diesem Sinne war der Attersee sehr früh ein Ort, an dem sich eine aufgeschlossene Gesellschaft mit moderner Gesinnung auf das Land hinaus begab. Mehr darüber gibt es im Bildband "Der Attersee" zu erfahren. Darin wird der Attersee als kulturgeschichtliches Phänomen umrissen: Großartige Fotografien, zahlreiche historische Abbildungen und ausgefeilte Recherchearbeit.

Klimts Spuren

Auch Gustav Klimt hat am Attersee viele Sommer verbracht. Was viele nicht wissen: Der weltberühmte Maler ließ sich sogar zu 45 seiner 50 Landschaftsgemälde hier inspirieren. Heute lässt sich Klimts Erbe auf verschiedene Weise erkunden: In Kammer-Schörfling lockt das Klimt-Zentrum Fans an und zeigt Klimts Werken und Wirken näher. Die Villa Paulick am Seeufer, in der Klimt und seine Lebenspartnerin Emilie Flöge ihre Sommerfrische verbrachten, lässt sich ebenso besuchen. Neu eröffnet hat im Vorjahr in Schörfling der Gustav Klimt Garten, eine rund 100 Quadratmeter große Gartenanlage mit Seerosenbecken und Rosengarten, die von sechs Gartenansichten des Malers inspiriert ist. Spaziergänger können den Gustav Klimt-Themenweg erkunden, Schwerpunkt sind jene Orte, an denen Klimts Landschaftsbilder entstanden sind. Mehr über Klimts Sommerfrische lässt sich in "Gustav Klimt - Die Biografie" nachlesen.

Ab ins Wasser

Das Rahmenprogramm für das Stadtleben auf dem Land ist bis heute perfekt inszeniert. Auf vielen öffentlichen Badeplätzen kann man gratis in kühlem Nass mit Trinkwasserqualität Schwimmen. In Nußdorf lockt etwa ein Bootsverleih mit Surf- bzw. Wasserskischule und in Weyregg rund 15.000 Quadratmeter Wiese und eines der größten Badebuffets des Attersees. Ungebrochen beliebt ist der Attersee auch bei Tauchfans. Die prähistorischen Pfahlbauten des Alpenbereichs, die man auch am und um den See findet, zählen seit 2011 zum UNESCO-Welterbe. In Nußdorf am Attersee verbirgt sich ein ganzer Wald aus Pfahlbauten unter dem klaren Wasser. Haubengekrönte Restaurants rund um den See und lokale Schmakerl sorgen für unvergessliche Gaumenfreuden. 

 

Der Attersee

Gustav Klimt

Gustav Klimt. Florale Welten

Gustav Klimt

Gustav Klimt. Die Biografie

Gustav Klimt