Christian Brandstätter

Wien um 1900

Kunst und Kultur – Fokus der europäischen Moderne

Von Gustav Klimt und seinem Kreis um die Secession über Hoffmann und Loos bis zu Mahler, Schönberg und Schnitzler.
 

ISBN978-3-85498-355-2

Format16,5 x 24 cm Seiten400 Abbildungenca. 500 EinbandLeinenband mit Schutzumschlag

Erscheinungstermin

August 2014

€ 24,95

Inhalt

Mit Textbeiträgen von Hans Bisanz, Marian Bisanz-Prakken, Monika Faber, Peter Gorsen, Daniela Gregori, Hanel Koeck, Richard Kurdiovsky, Rainer Metzger, Käthe Springer

Die Donaumonarchie und deren Metropole Wien trugen um 1900, von beinahe unlösbaren politischen und sozialen Problemen bedrängt, schon alle Merkmale der Selbstauflösung, des beginnenden Zerfalls in sich. Im Spannungsfeld von »fröhlicher Apokalypse« und Krisenbewusstsein, narzisstischem Ästhetentum und chauvinistischer Kriegseuphorie, zwischen Akademismus und künstlerischen Aufbruchsphantasien ist jene spezifische Kultur Wiens angesiedelt, die den Aufbruch in die Moderne signalisiert.

Dieser Kultur und ihren wichtigsten Vertretern suchen sich in dem vorliegenden Band Kunst- und Kulturhistoriker essayistisch-kritisch zu nähern: dem Protagonisten Klimt und seinem Kreis um die Secession, den Künstlern Gerstl, Kokoschka und Schiele. Den Architekten Wagner, Olbrich, Hoffmann und Loos sind Einzeluntersuchungen gewidmet. Der Abschnitt über die angewandte Kunst bringt Abhandlungen über die Wiener Werkstätte, Druckgraphik und Buchkunst. Über die neue Logik der Komposition bei Mahler, Schönberg oder Hugo Wolf wird ebenso reflektiert wie über das literarische Leben, über Hofmannsthal, Beer-Hofmann, Bahr und Altenberg und Schnitzler. Von Ernst Machs Analyse des seelischen Empfindens geht es weiter zur »Nervenkunst« Sigmund Freuds und Wilhelm Reichs, zur berüchtigten Typologie der Geschlechter von Otto Weininger und zur Sprachphilosophie von Mauthner und Wittgenstein.

Aus dem Stimmengewirr der zeitgenössischen Publizistik schließlich werden die programmatische Kunstzeitschrift Ver Sacrum, die brillant-polemische Fackel von Karl Kraus, das Pulver der satirischen Muskete und die expressionistische Gebärde des Ruf besonders hervorgehoben.

Christian BrandstätterHg.

Christian Brandstätter, geboren 1943 in Lambach, OÖ. 1961–1965 Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Wien, 1968–1982 leitender Mitarbeiter des Verlags Fritz Molden, ab 1974 Gründer der Molden Edition. 1993–2003 Lehrbeauftragter am Institut für Publizistik der Universität Wien. Seit 1982 Verleger des Christian Brandstätter Verlages. Autor und Gestalter zahlreicher Bildbände, u.a. Klimt und die Frauen, Damals in Wien, Klimt und die Mode, Design der Wiener Werkstätte sowie Herausgeber der Reihe Die Welt von gestern in Farbe.

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