Inhalt
Als man Ötzi fand, war es nicht allein die Mumie, die vom Leben in der Steinzeit erzählte, sondern vor allem das, was er am Körper trug. Seine Mütze aus Bärenfell, der sorgfältig gefertigte Fellmantel, die „Leggings“ aus Ziegenleder und seine raffiniert konstruierten Schuhe zeigen, wie erstaunlich viel Wissen, Technik und Erfahrung schon vor mehr als 5.000 Jahren in Kleidung steckten.
Textilien gehören zu den seltensten archäologischen Funden – und zu den aufschlussreichsten. Sie schützen nicht nur vor Kälte und Verletzungen, sondern erzählen vom Alltag der Menschen und ihrem sozialen Gefüge, von technologischem Fortschritt, Handel, kultureller Zugehörigkeit und Identität. Die international renommierte Textilarchäologin Karina Grömer, die die prähistorische Abteilung am Naturhistorischen Museum Wien leitet, folgt anhand von zehn außergewöhnlichen Funden diesen Spuren durch Jahrtausende: von der Moorleiche von Bernuthsfeld und dem bronzezeitlichen Mädchen von Egtved über die farbintensiven Gewebe aus den Salzbergwerken von Hallstatt bis zu den spektakulären Funden von Chehrabad im Iran. So entsteht eine überraschende Geschichte der Menschheit, erzählt anhand dessen, was Menschen am Körper tragen.
Dieses Buch macht sichtbar, wie eine der ältesten und wichtigsten Kulturtechniken der Menschheit unsere Geschichte geprägt hat – und wie viel von unserer Vergangenheit bis heute in jedem Stück Stoff steckt.
Karina Grömer
Autor/in
Die Archäologin Karina Grömer ist Direktorin der Abteilung für Vorgeschichte im Naturhistorischen Museum Wien und international führende Expertin für Textilarchäologie. Der Schwerpunkt ihrer Forschung liegt auf der materiellen Kultur des Neolithikums, der Bronze- und Eisenzeit in Mitteleuropa. Besonders interessiert sie die Frage, wie Materialien, Textilien und Bekleidung die Menschheit seit prähistorischen Zeiten bis in die Gegenwart prägten. 2020 wurde sie zur österreichischen Science-Slam-Staatsmeisterin gekürt.
Patricia McAllister-Käfer
Mitautor/in
Patricia McAllister-Käfer ist freie Journalistin und Sachbuchautorin. Sie beschäftigt sich in ihrer Arbeit für Auftraggeber wie „Die Presse“ oder „Datum“ mit dem Verhältnis zwischen Natur und Mensch – und damit, wie es sich erzählen lässt.




