Ingrid Brodnig, Lügen im Netz

Erstpräsentation von "Lügen in Netz", Ingrid Brodnig

Großer Andrang und reges Interesse des Publikums bei der Erstpräsentation von Ingrid Brodnigs soeben erschienenem Buch „Lügen im Netz. Wie Fake News, Populisten und unkontrollierte Technik uns manipulieren“ bei Thalia Wien Mitte. Selbst Muna Duzdar, Staatssekretärin für Digitales, war unter den Gästen.

Verlagsleiterin Elisabeth Stein erklärte, dass Ingrid Brodnig eine Autorin sei, für die sie große Bewunderung habe: „Sie ist eine Expertin für Digitales. Sie sieht sehr genau hin und stellt auch unangenehme Fragen. Meiner Meinung nach gibt es keinen besseren Zeitpunkt für das Erscheinen dieses Buches, als jetzt vor den Wahlen. Ich wünsche mir, dass jeder dieses Buch gelesen hat, bevor er im Herbst sein Kreuz macht.“
Ingrid Brodnig erklärte, warum sich das Internet so gut zur Verbreitung von Falschmeldungen eigne und was jeder einzelne dagegen tun kann: „Falschmeldungen bedienen sich Vorurteilen, deshalb funktionieren sie so gut. Infos, die unser Weltbild bestätigen, werden leichter geglaubt. Das Problem dabei: Die Skepsis fehlt.“ Außerdem sei nachgewiesen, dass Wut besonders aktivierend wirkt: „Angry people click more!“ Was aber können wir konkret tun, damit wir nicht auf Falschmeldungen hereinfallen? Starke Emotionalität sei immer ein Faktor dafür, dass man vorsichtig werden und die Quellen der Information hinterfragen und recherchieren sollte. Ein Problem bei Facebook sei der Algorithmus, den niemand kenne: „Wir tappen völlig im Dunkeln. Was uns gezeigt wird, das wird zunehmend zum demokratischen Problem!“. Ingrid Brodnig wünscht sich deshalb eine europäische Prüfstelle, die die wichtigsten Algorithmen untersucht. Technisch wäre das möglich. Es müssten nicht einmal Betriebsgeheimnisse gelüftet werden. Brodnig: „Warum soll das Internet der eine Ort sein, wo wir große Konzerne nicht genau unter die Lupe nehmen?“ 

Ingrid Brodnig, Lügen im Netz

Lügen im Netz